Montag, 25. April 2016

Sophia und Sarah allein zu Haus + leben am Arbeitsplatz.

deutsches Stockbrot am Lagerfeuer
im Garten des Waterput *-*
Vorgestern waren Sophia und ich allein zu Hause, weil sie auf "Vakantie" (Ferien) mit dem Klub gegangen ist und deshalb nicht arbeiten musste und um 13 Uhr erst vom Taxi abgeholt wurde. Leider konnte ich dann nicht mit schwimmen gehen, aber das war in Ordnung, denn Sophia und ich hatten zu Hause jeden Menge Spaß. Sie durfte ausschlafen und nachdem wir zusammen gefrühstückt haben und ich ihr im Bad geholfen hab, wollte sie gerne eine DVD mit einem Konzert von Jan Smit schauen. Wir hatten noch genug Zeit, bis das Taxi kam, also hab ich ihr die DVD eingelegt. Außer Felix und seinem Freiwilligen, der jeden Freitag kommt, um mit ihm spazieren zu gehen, war niemand mehr im Haus. Sobald wir dann alleine waren, hat Sophia gefragt, ob sie den Fernseher lauter stellen darf. Selbstverständlich! Sie ist dann aufgestanden und hat angefangen zu tanzen. Ich hab den TV noch lauter gestellt und hab natürlich mitgetanzt. Denn es macht einfach zu viel Spaß mit ihr in einer Polonaise durch unseren Wohnraum zu tanzen. Sie ist immer ein ganz anderer Mensch, wenn sie tanzt. Macht Bewegungen, die man so nicht von ihr erwarten würde, sie schreit vor Freude durch das Haus und es macht unglaublich viel Spaß, diese Momente mit ihr zu teilen. So sind wir so lange, bis wir nicht mehr konnten fröhlich durch unseren Wohnraum gehüpft :)

Vorige Woche (meine Wortwahl passt sich gerade immer mehr dem niederländischen an) wollte Maja zusammen mit Lisa UND Felix spazieren gehen. Ich hatte frei und Melinda würde mit den anderen zwei Huisgenoten zu Hause bleiben, weil Matteo keine Lust hatte, raus zu gehen. Ich saß gerade am Tisch und habe zu Mittag gegessen, während Lisa schon für draußen angezogen war und Maja beschäftigt war, Felix noch fertig zu machen. Lisa hatte aber keine Lust zu warten und plötzlich konnte ich beobachten, wie sie draußen in Felix Rollstuhl am Fenster vorbei fuhr (sie hat sich einfach rein gesetzt und durch Schaukelbewegungen hat sie sich selbst anschubsend nach vorne bewegt), während keiner ahnte, dass sie bereits das Haus verlassen hatte :D Das wahr eine ziemlich lustige Scene, fast wie im Film. Natürlich haben wir sie dann wieder rein geholt und sie ist nicht verloren gegangen.

Mal ein paar Worte zu den Downsides vom Leben in der Arche:
wir haben ein super süßes Café hier in Gouda gefunden
Zusammen mit Menschen mit Behinderung wohnen, leben und arbeiten ist schwer, das ist keine Frage, aber es ist vor allem schön und eine unglaubliche Erfahrung, für die ich dankbar bin. Viel schwieriger gestaltet sich dahingegen das Wohnen am Arbeitsplatz der Assistenten. Das liegt daran, dass kaum einer dieses Haus hier auch als Wohnhaus wahrnimmt, sondern viel eher als Arbeitsplatz. Dementsprechend wird schlecht mit unseren Möbeln, Küchengeräten, Waschmaschine etc umgegangen und es ist nicht schlimm, wenn das Haus dreckig ist, weil die Assistenten hier ja nicht wohnen müssen und nach einigen Stunden wieder in ihr eigenes zu Hause gehen. Im Prinzip ist es ein endloser Prozess, den Menschen die hier arbeiten beizubringen, dass das Haus, das sie -wenn sie arbeiten- mitbenutzen auch geputzt werden muss. Man hat aber auch keine Lust, seinen Kollegen jede Sekunde sagen zu müssen, wie sie ihre Arbeit machen sollen. Dass nach 22 Uhr Nachtruhe herrscht und sie nicht noch lautstark im Büro direkt unter meinem Schlafzimmer telefonieren sollen, oder die Treppen nach oben oder unten trampeln oder Türen zuschlagen.
Krank sein ist auch nicht einfach. Wenn es einem dann gerade einen Tag besser geht und man noch zu Hause bleibt, um sich noch einen Tag auszuruhen, weil man seinem Körper noch mal eine Pause gönnen möchte, rennen dort immer die Kollegen rum, die sich darüber wundern, dass man noch nicht wieder arbeitet.
Und manchmal kommt es mir schon so ein bisschen vor, in einem Bürokomplex zu arbeiten. Ständig fremde Leute in meinem Wohnzimmer oder Kollegen, die mich komisch anschauen, wenn ich an meinem freien Tag "zu lange" geschlafen habe, während sie schon seit 6.30 Uhr wach sind.
Mittlerweile gibt es aber tatsächlich ein paar mehr Assistenten, die verstehen, dass wir hier wohnen aber bis zu dem Moment, an dem das jeder versteht ist es noch ein sehr, sehr langer weg. 4 Monate hab ich noch :D
die Nachbarskatze hat es sich auf dem frisch
 gereinigten Teppich bequem gemacht :) 
Anstrengend sind aber auch die Eltern der Huisgenoten, die glauben sich hier ziemlich viel erlauben zu können. Vor 2 Wochen hat der Vater einer Huisgenotin die geniale Idee gehabt, seine Tochter zu besuchen, sich nicht vorher anzumelden und dann einfach durch den Garten durch die Hintertür hereinzuspazieren. Er darf gerne seine Tochter besuchen, aber wenn er seine Tochter in der Arche leben lässt, dann sollte er verstehen, dass hier auch andere Menschen sind und dass es extremst respektlos und unhöflich ist, einfach mal eben durch die Hintertür herein zu kommen. Wozu gibt es eine Klingel an der Haustür!? Ich finde ja schon, dass das ein Eingriff in die Privatsphäre ist. Hauptsächlich die aller anderen Bewohner diesen Hauses, aber irgendwo auch in die seiner Tochter. Was denkt er sich denn dabei, einfach hintenrum rein zu kommen und dann plötzlich in unserer Küche zu stehen?

Das waren genug Downsides für heute.

Seit ich hier ein paar Monate bin, habe ich immer mal wieder Tage, an denen ich total Lust auf deutschsprachige Musik habe (und ja, in Deutschland GIBT es deutschsprachige Musik, ich wurde nämlich gefragt, ob wir so etwas überhaupt haben und wie es denn um google steht, ob es bei un google gibt :D). Jetzt habe ich mir eine durchgeknallte Playlist mit steinalten deutschen Liedern zusammen gesetzt.
Mittlerweile habe ich auch ein paar niederländische Lieder gefunden, die mir gefallen. Meistens hören wir hier aber irgendwelche schrecklichen niederländischen Schlager ODER den ganzen Tag lang Musik von der Boyband "Nick and Simon", weil das unsere Huisgenoten total toll finden.


Meine Kollegin Mariposa (die mich für diesen Decknamen hasst ;P) und ich haben hier noch ein wundervoll langweiliges Video für euch. Albert Hijn (Supermarkt) hat nämlich vor einiger Zeit "Moestuintjes" (Gemüsegärtchen, wörtlich übersetzt "Breigärtchen") verschenkt. AH hat die Erde dafür winzig klein zusammen gepresst und wenn man Wasser hinzugefügt hat, hat sie sich ausgebreitet und dieses kleine Erdwürfelchen ist gewachsen. Wir waren davon wahrscheinlich begeisterter, als jedes kleine Kind, deshalb haben wir auch dieses wundervolle Video davon gemacht.

Der Rucola ist sogar schon gewachsen und beim Basilikum sieht man auch schon winzig kleine Pflänzchen *-* winzig heißt auf holländisch übrigens "piepklein". Ich finde, dass das ein sehr süßes Wort ist.


o.O Marshmallows???
Heute Abend haben wir mit einer Mitfreiwilligen aus Amsterdam ein Lagerfeuer mit Stockbrot, Würstchen und Marshmallows gemacht. Ein weiterer Funfact zur niederländischen Sprache:
1. das niederländische Wort "Stokbrood" bedeutet auf deutsch "Baguette"
2. ich weiß nicht, ob Lidl da einen Fehler gemacht hat, oder ob sie hier Mini Schokoküsse echt als "Marshmallows" bezeichnen. Aber keine Angst, wir haben keine Schaumküsse auf Stöcke gesteckt und gegrillt, wir haben tatsächliche Marshmallows benutzt.


Sonntag, 10. April 2016

Lekker weer, lekker eten :D

Hier bin ich wieder mit neuen Geschichten aus dem Waterput.

Beginnen wir mit etwas Banalem, das hier nicht zum ersten Mal passiert ist. Im Waterput, aber auch im Manna, werden regelmäßig Klamotten vertauscht. So hat Felix vor einigen Wochen morgens plötzlich Melindas Pullover angehabt. Ich persönlich hab seid einiger Zeit meine neuen Socken vermisst. Heute habe ich sie in Sophias Kleiderschrank gefunden, man hat sogar schon ihren Namen in meine Socken eingenäht, dass die Socken auch ja nicht mit denen von jemand anderem Verwechselt werden. Nächstes mal wäre es schön, wenn ihr meinen Namen in diese Socke einnähen würdet ;P

Seit vorletzter Woche habe ich mit Matteo ein cooles neues Ritual. Er war beim Mundhygienist und es stellte sich heraus, dass er nicht ordentlich Zähne putzt. Also müssen wir seit neustem zuschauen, dass er langsam und ordentlich und auch lang genug putzt. Das erste mal, dass ich zugeschaut habe, habe ich mein Handy genommen und den Timer auf 3 Minuten gestellt. Nach drei Minuten ist der Alarm los gegangen und Matteo wusste, dass er nun aufhören durfte. Er steht auf Technikschnikschnak und gleichzeitig hatte die Sache mit dem Handy den Effekt, dass er keinen Raum zum Diskutieren hatte, ob er jetzt schon aufhören dürfe, oder nicht. Matteo fand meinen Alarm nach den 3 Minuten ziemlich cool und so entwickelte es sich, dass wir jetzt jeden Abend oder Morgen, wenn ich mit ihm Zähne geputzt habe, bei der netten "Musik", die nach den 3 Minuten ertönt, eine Runde durch sein Zimmer tanzen, während er noch seine Zahnbürste in der Hand hat. Das macht ziemlich viel Spaß und ist eine coole Art und weiße, ihm die "Kontrolle" nicht als etwas im Sinne von "ich weiß es besser, als du", sondern als eine nette Sache, die man zu zweit macht, nahe zu bringen (=

Sonntag letzter Woche war hier in Gouda ein wunderschöner, sonniger Frühlingstag mit bestimmt 20 Grad in der Sonne. Ich hab den Morgen auf dem coolen Baum in unserem Garten verbracht und gechillt. Der Baum ist echt awesome und wenn man hoch genug klettert, kann man ziemlich weit gucken *-*
Als ich zwischendurch im Haus war, hat Sophia mich gefragt, ob wir heute Abend zusammen kochen würden. Sie hätte gerne etwas Spezielles aus einem ihrer Kochheftchen gekocht, aber leider hatten wir nicht alle Zutaten da, also haben wir beschlossen, Abends zusammen Pfannkuchen zu essen. Als wir dann zusammen gekocht haben und sie fertig damit war, das Gemüse zu schneiden, ist sie plötzlich völlig enthusiastisch nach draußen gegangen, hat den Ball, der im Garten lag gepackt, und wollte mit mir zusammen Fußball spielen. Das hat sie noch nie vorher getan, mich von sich aus gefragt, ob wir zusammen eine sportliche Aktivität ausführen! Es stand also außer Frage, das Essenkochen kurz zu unterbrechen und draußen im Sonnenschein mit ihr zusammen Fußball zu spielen. Und ich bereue es keinste Sekunde, das mit ihr gemacht zu haben! Ich habe Sophia seit ich hier bin nie so energetisch gesehen! Sie war so unglaublich gut drauf, hat sich beim Kicken richtig ins Zeug gelegt und immer wieder gejubelt, als hätte sie bei der WM ein Tor geschossen! Es hat so viel Spaß gemacht, mit ihr Fußball zu spielen und diesen kurzen Moment der Verwandlung von einer jungen Frau, die eigentlich träge und faul und den ganzen Tag nichts tut, außer auf dem Sofa zu sitzen, zu sehen! Das sind die schönen Momente in der Arche, die man in Erinnerung behalten muss. Sie war einfach so unglaublich glücklich in diesem Moment. Ich glaube die Niederlanden sind dieses Jahr doch bei der EM dabei! Sie war auch den ganzen Abend lang noch super gut drauf und hat Fragen direkt und ohne zu zögern beantwortet. Normalerweise würde sie es nicht einmal mitbekommen, dass man gerade mit ihr redete. Wir haben uns Abends dann aber auch ein richtiges Festmahl gezaubert. Wir haben draußen auf der Terrasse gegessen und hatten Pfannkuchen mit jede Menge leckeren Beilagen, es war ein fantastischer Tag!

Gestern waren eine Kollegin, Melinda, Sophia, Felix, Janka und noch zwei Huisgenoten (Wen und Runa) aus Manna und ich im Tiergarten Blijdorp in Rotterdam. Das war ziemlich cool und es hat echt Spaß gemacht, am Wochenende auch mal etwas anderes zu machen, als zu Hause auf dem Sofa zu sitzen. Wir hatten sogar das Glück, dass es nicht geregnet hat :) besonders schön war es, Runa zu sehen. Normalerweise ist sie ziemlich schlecht drauf und echt zickig (sie ist noch in der Pubertät) wenn ich sie sehe, oder wir freitags zusammen schwimmen sind. Im Tiergarten war sie total glücklich und hat ganz viel gelacht und Witze mit uns gemacht. Außerdem haben sie dort Kinderschminken angeboten, Runa hat sich als Gorilla und Wen als Giraffe schminken lassen, das sah ziemlich cool aus und es war total lustig mit einem Gorilla und einer Giraffe durch den Tiergarten zu laufen. Es war allgemein ein echt schöner Tag.

Heute war ich das erste Mal mit Lisa spazieren. Sie saß im Rollstuhl und ich habe geschoben und anfangs ging auch alles gut aber so erfolgreich war es dann doch nicht. Eigentlich darf ich nicht mit ihr alleine arbeiten, aber sie musste echt raus an die frische Luft, um ein bisschen runter zu kommen und ruhiger zu werden. Außerdem hatte Felix heute morgen einen angeschwollenen Fuß und die Assistentin hat ein bisschen Luft gebraucht, um das mit dem Fuß von Felix zu klären. Also bin ich mit Lisa raus, hab mich aber später echt über die Assistentin geärgert, weil sie mich einfach weggeschickt hat, ohne mir ordentliche Hilfestellungen oder Tips zu geben, was ich beachten muss und das OBWOHL ich sie vorher nochmal gefragt habe. Anfangs war auch alles gut und ich hab echt gemerkt, wie Lisa mit der Zeit ruhiger wurde, aber dann hat sie sich einen ihrer Handschuhe ausgezogen, weil er nicht fest genug war, aber dann wollte sie ihn wieder anhaben. Eigentlich kein Problem, ich hab ihr den Handschuh angezogen, jedoch lassen die Handschuhe sich leicht wieder ausziehen, wenn man sie nicht noch mit etwas Klebeband befestigend umwickelt. Ich dachte, ich ziehe ihn ihr einfach ohne Klebeband an, aber es gehört zu Lisas Routine, dass der Handschuh mit Klebeband umwickelt wird, also hat sie ihn immer wieder ausgezogen, weil sie nicht verstanden hat, dass da kein Klebeband drum ist, wollte ihn aber trotzdem sofort wieder -ordentlich- anziehen. Da ich kein Klebeband dabei hatte, wurde sie immer unruhiger und ich war auch leicht gestresst, weil ich nicht genau wusste, was ich machen sollte und so war das Spazieren gehen für uns beide eher kontraproduktiv. Also habe ich heute beschlossen, neue Dinge mit Lisa nur noch zu machen, wenn ich vorher ordentlich eingearbeitet werde und mir gesagt wird, was ich in welchem Fall machen soll und was wichtig ist zu wissen. Denn wenn ich Dinge nicht weiß, werde ich im Umgang mit ihr unsicher und ich bin mir sicher, dass sie das spürt und ihr das nicht gerade hilft.
Außerdem kann sie auch epileptische Anfälle bekommen und ich hab gefragt, was ich in solch einem Fall tun soll. Alles, was mir von der Assistentin gesagt wurde, war "mich anrufen". Hilfreich war das nun echt nicht.


Heute Abend habe ich wieder mit Sophia gekocht, sie hat mich schon gestern gefragt, ob wir heute zusammen kochen. Zwischendurch war sie im Wohnzimmer und hat einfach mal angefangen zu tanzen, also habe ich mit ihr mitgetanzt. Sie ist in letzer Zeit echt aktiver und energetischer als sonst, das freut mich total :)

Und noch ganz wichtig: ich habe mir heute Lilien und noch andere Blumen und ein paar Kräuter in den Garten gepflanzt. Mal schauen, ob ich noch ein paar Tomatensträucher bekommen kann und dann Tomätchen pflanzen kann *-*

Zu guter Letzt noch eine Wortschatzerweiterung: Dachziegeln heißen auf niederländisch "dakpannen" und das wörtlich übersetzt bedeutet "Dachpfannen". Ich fand es sehr lustig, mir dieses Wort bildlich vorzustellen ;D

Dienstag, 29. März 2016

Ik ben terug!

Hallo ihr Lieben,

ich habe es tatsächlich zurück in die Arche geschafft. Es hat viel Überwindung gekostet und obwohl die vergangenen 6 Monate nicht gerade die Schönsten meines Lebens waren, wollte ich es noch einmal probieren. Vernünftige Gründe habe ich dafür nicht, aber Fakt ist: hier bin ich wieder und ich kann euch schon gleich von einer niederländischen Kuriosität berichten. Aber dazu komme ich etwas später in dem neuen Eintrag.

Es war tatsächlich nicht nur schwer, sondern auch schön zurück zu kommen, weil sich durchaus einige Menschen gefreut haben, besonders aber meine Huisgenoten. Felix, Sophia und Matteo haben mir super süße Bilder gemalt und die habe ich an meiner Tür geklebt vorgefunden, als ich zurück kam.
Tatsächlich habe ich in den vergangen Monaten zu Matteo eine sehr schöne Bindung aufgebaut. Ich habe echt gemerkt, dass es mit besseren Niederländisch-Kenntnissen definitiv einfacherer ist, mit ihm eine Beziehung aufzubauen, da unsere Begegnungen hauptsächlich auf dem Reden miteinander basieren. Wir machen ganz oft "afspraaken" (Termine) miteinander, wo wir entweder zusammen joggen gehen, oder neue Termine machen, oder über Israel (weil ich mit Janka, Melinda und einer weiteren Freundin aus Amsterdam im Januar die Freiwilligen in Israel besucht habe), Deutschland, Harry Potter oder sonstige Themen, die ihn gerade interessieren, reden. Matteo selbst sind diese Afspraaken sehr wichtig, weil er sich selbst dann wichtig fühlt, aber gleichzeitig auch, weil er merkt, dass da jemand ist, der sich Zeit für ihn nimmt, um ihm Dinge zu erklären oder irgendwas mit ihm zu besprechen. Ich finde es schön, ihm das Gefühl zu geben, dass es jemanden gibt, der sich für ihn interessiert. Besonders, weil hier alle immer so beschäftigt sind und die meiste Aufmerksamkeit auf Felix und Lisa liegt, weil die zwei einfach wissen, wie sie sich die Aufmerksamkeit nehmen können und ihre Wege haben, um diese auch auf jeden Fall zu bekommen. Klar, Matteo hat auch seine Wege, aber er ist leider nicht so "Erfolgreich", wie das mit den anderen beiden der Fall ist. Gleichzeitig merke ich, wie er mir immer mehr vertraut und sich mir in letzter Zeit immer mal wieder anvertraut. Denn eigentlich ist Matteo jemand, der allem und jedem gefallen möchte und sich nie über etwas beklagen würde, aber manchmal, ganz selten, hat er Momente, in dem er seine wahren Gefühle doch zeigt und doch mal sagt, wie es ihm tatsächlich geht und was er tatsächlich denkt.

Kurzer Bericht zu meinen Huisgenoten, wirklich viel gearbeitet habe ich noch nicht, weil ich die Woche über noch Freunde da hatte und dementsprechend auch noch ein paar Tage frei hatte. Sie waren auch bei dem Abschiedsfest meiner Mentorin und coolsten Kollegin dabei (echt schade, dass sie jetzt nicht mehr hier ist) und es war sehr beeindruckend, wie mein Patenkind von 7 Jahren auf die Menschen mit Behinderung reagiert hatte. Nach anfänglicher Schüchternheit, weil alles neu und fremd war und er niemanden kannte (es waren schon einige Menschen da), war er total offen und hatte keinerlei Berührungsängste. Natürlich hat er -wie eben jedes Kind- viele Fragen gestellt, aber er hatte im Umgang mit den Huisgenoten absolut kein Problem. Das ist das tolle an Kindern, sie haben eine so andere Sicht auf die Welt, als wir als Erwachsene. Und meistens verurteilen sie einen genauso wenig, wie es die Menschen mit Behinderung tuen würden. Eine der Fragen von meinem Patenkind bezog sich darauf, dass Felix mir, als er mich wieder gesehen hat zur Begrüßung 10 Küsschen gegeben hat und dann ganz oft erzählte, er habe mir zur Begrüßung 8 Küsschen gegeben hat. Mein Patenkind wollte wissen, warum er sagte, dass es 8 Küsschen waren, wo es doch in wirlichkeit 10 waren. Ich erklärte ihm, dass Felix körperlich zwar ein 73 jähriger Mann war, im Kopf aber erst etwa 4 Jahre alt war und deshalb nicht verstehen würde, dass es mehr als 8 Küsschen waren. Die Antwort meines Patenkindes daraufhin fand ich ziemlich cool: "Coooool, dann lebt Felix ja noch ganz schön lange!". Allgemein war er ein sehr großer Fan von Felix und wollte immer wieder zu ihm gehen und Hallo sagen oder irgendwas mit ihm reden.

Donnerstag letzter Woche waren wir zusammen im Schwimmbad in Den Haag. Und nun folgt die holländische Kuriosität: Mein Patenkind ist 7 Jahre alt, schwimmt seit mindestens 3 Jahren ohne Schwimmflügel im Schwimmbad und im Meer und er hat das Seepferdchen. Dennoch erlaubt ihm der niederländische Gesetzgeber -und dementsprechend auch die niederländischen Bademeister- nicht, ohne Schwimmflügel ins Wasser zu gehen. Warum? Weil er kein niederländisches Schwimmdiplom hat. Wir haben echt alles probiert, dass er nicht mit Schwimmflügeln ins Wasser muss, aber keine Chance! Gesetz ist Gesetz. Nicht einmal ins Babybecken durfte er ohne Schwimmflügel, weil er ja ins "Große" Becken (1,20 m tief) rennen könnte und in Panik geraten könnte und dann ertrinken könnte *lach*. Deshalb: Schwimmflügelpflicht für 7 jährige Jungen ohne Schwimmdiplom. Tauchen war auch nicht erlaubt.Für niemanden. Zu gefährlich. Wir durften ihn auch keine 10 Sekunden aus den Augen lassen, ohne dass der Bademeister uns ermahnt hat, er könnte ja trotz seiner 7 Jahren und Schwimmflügeln unter gehen. In einem der Becken war ein Strudel, natürlich war dann in dem Becken selbst eine Trennwand, ganz normal, wie man das im Schwimmbad eben so kennt, da durfte man aber auch nicht drüber klettern. Regeln und Sicherheit schön und gut und klar anderes Land, andere Sitten, aber ich habe mich dann doch echt fragen müssen, ob niederländische Kinder in Schwimmbädern überhaupt Spaß haben dürfen und wie sie dann schlussendlich Spaß haben, wenn sie kaum etwas machen dürfen und kaum Freiheiten haben. Ich fand es schon krass, dass man in einem normalen Schwimmbad nicht einmal tauchen durfte!
Noch ironischer werden all diese Schwimmregeln, wenn man bedenkt, dass niederländische Kinder -egal welchen Alters- auf dem Fahrrad nie einen Helm tragen müssen. Da werden Babys und Kleinkinder ohne Helm auf dem Fahrrad transportiert, das ist kein Problem, aber schwimmen ohne Schimmflügel und mit dem Kopf unters Wasser tauchen... DAS geht gar nicht!

Immerhin habe ich an dem Tag ein weiteres Wort meinem niederländischen Wortschatz hinzufügen können. Schwimmflügel auf niederländisch heißt "zwemmvlinders" und wörtlich übersetzt heißt das "Schwimmschmetterlinge". Mal wieder ein sehr süßes Wort, das mir da über den Weg gelaufen ist (=


Mein Patenkind nannte es "Klippenspringen" in Scheveningen :D


So das war's dann für heute. Ich melde mich spätestens in einem Monat wieder.

Groetjes,

Sarah



PS.: der Blogeintrag ist nicht absolut als Angriff gegenüber des niederländischen Systems zu sehen, man wird hier seine Gründe haben, es wundert mich lediglich, weil ich es als Deutsche anders kenne und anders gewohnt bin

Mittwoch, 24. Februar 2016

I'm coming Home

"I'm coming home
I'm coming home
Tell the world that I'm coming home
Let the rain wash away all the pain of yesterday."

Liebe Leute,

natürlich ist euch nicht entgangen, dass ich in den letzten Monaten nichts mehr geschrieben habe. Das liegt -unter anderem- daran, dass hier ganz schön viel schief gelaufen ist. Ich werde nun nach Hause gehen und eine Pause von der Arche nehmen. Ich hoffe in etwa einem Monat zurück zu kommen, dass wir hier dann gemeinsam etwas an der -zu diesem Zeitpunkt nicht gerade schönen- Situation für uns Freiwillige ändern können und ich der Arche mit einem neuen, besseren Gefühl begegnen kann. Ich hoffe, euch dann auch wieder schöne Geschichten erzählen zu können.

Viele liebe Grüße

Sarah

Dienstag, 17. November 2015

"If really he has a disability then his disability is abnormal joy."

Hallo ihr lieben,

heute gebe ich euch nicht viel zu lesen, aber ich würde euch bitten, dieses wundervolle Video der Arche in Kenya anzuschauen. Es zeigt, wie toll es ist, mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten und wie einzigartig sie alle sind *-*

Veel plezier (=


Samstag, 31. Oktober 2015

Magic Moments

Dag allemaal!

Sicher hab ich euch das schon mal geschrieben, aber dass ihr den heutigen Blogeintrag auch versteht, erwähne ich es noch einmal: Sophia ist ziemlich träge, sie bewegt sich ungern und wenn sie es tut, dann nur seeehr langsam. Sie ist auch sehr verschlossen und es ist schwer zu ihr durchzudringen. Weiterhin ist sie übergewichtig, weil sie den ganzen Tag nur auf dem Sofa sitzt und kaum läuft. Sie findet Sport, oder auch laufen, echt schrecklich. Da sie so viel wiegt, darf sie morgens "nur" zwei Brote essen und auf die Arbeit nimmt sie auch zwei Brote mit. Jetzt haben Melinda und ich aber diese Woche angefangen, für sie (und auch alle anderen Huisgenoten) morgens einen Smoothie zuzubereiten, weil das gesünder ist. Am ersten Tag war das okay, aber ab dem zweiten Tag fand sie es nicht mehr so lustig, statt eines Brotes, einen Smoothie zu bekommen. Auch heute Morgen, als ich gearbeitet habe, kam sie zum Frühstück, hat an dem Smoothie gerochen (er bestand aus Trauben, Melone und Salat) und erst einmal das Gesicht verzogen. Als sie dann aber fertig mit Essen war, hat sie gefragt, ob sie noch einen Smoothie bekommen kann. Also hat er ihr doch geschmeckt! Es hat mich echt gefreut, dass sie nach einem zweiten gefragt hat (=
Nach dem Frühstück hat sie sich angezogen und dann ging's zum Schwimmbad. Schwimmen findet Sophia ebenfalls überhaupt nicht cool. Man muss sich bewegen UND ihre Hände werden dabei nass. Deshalb versucht sie es auch jede Woche wieder mit der Ausrede, dass sie ihre Tage hat. Aber jeder Weiß, dass das nicht der Fall ist und so muss sie schlussendlich doch ins Wasser. Meistens hängt sie dann aber nur am Beckenrand und tut nichts. HEUTE allerdings habe ich es geschafft, sie dazu zu bewegen, vier Bahnen mit mir gemeinsam zu schwimmen! Ich muss sagen, dass mir meine Kollegin und Tutorin Fenna dazu verholfen hat, da ich sie gefragt habe, wie man Sophia zum Schwimmen motivieren kann. Sie erzählte mir, dass sie es geschafft hat, indem sie Sophia erzählt hat, wie sehr sie sich freuen würde, mit ihr zusammen zu schwimmen und dass sie sie an der Hand genommen hat und Fenna ist rückwärts geschwommen, während Sophia vorwärts schwamm. So, genau das habe ich probiert und es hat weitestgehend funktioniert. Wobei ich weniger vor, als neben ihr geschwommen bin. Ich hab ihre Hand genommen und wir sind zusammen geschwommen, zeitweise ist sie sogar ganz alleine geschwommen (= und sie hat sich gefreut, weil sie dafür von allen Seiten ganz viel Lob bekommen hat. Leider habe ich sie zu keiner 5. Bahn motivieren können, aber es hat mich echt total gefreut, dass sie überhaupt mit mir geschwommen ist, bisher habe ich sie nämlich nicht dazu bewegen können. Und dieses Erlebnis, dass sie mit mir schwimmt, dem schreibe ich heute meine Überschrift zu. Magic Moments, magische Momente, kleine Erfolge, die ich hier immer mal wieder mit den Huisgenoten erlebe und die mich echt glücklich machen und die die Arbeit hier so besonders machen. Denn wenn sich die Huisgenoten Freuen weiß man, dass es echt ist. Hier noch ein paar weitere Beispiele, einfach weil's so schön ist:


  • Gestern hab ich Pizzabrötchen zu Abendessen gemacht und hab vorher gefragt, ob Sophia mir beim Kochen helfen möchte. Sie sagte ja, aber kurz danach ist sie dann in ihrem Zimmer verschwunden und ich wollte sie jetzt nicht dazu drängen, mir zu helfen. Ich hab also angefangen, alles vorzubereiten, sodass ich am Ende nur noch würzen musste und den Belag auf die Brötchen verfrachten. Zu diesem Zeitpunkt kam sie runter und sagte "oww", als sie sah, dass ich fast fertig war. Also wollte sie mir doch helfen. Ich lies sie unser Essen würzen (sie hatte so viel Spaß daran, Salz über das Essen zu streuen, dass sie gar nicht mehr aufhören wollte :D) und als wir damit fertig waren, fragte sie, ob sie den Belag auf die Brötchen machen dürfe. Als ich ihr das erlaubte, hat sie sich gefreut und gleich angefangen. So saßen wir zusammen am Tisch und haben 48 Pizzabrötchen belegt. Zwischendurch hat sie sich immer wieder riesig darüber gefreut und ganz viel gelacht (= und das wiederum hat mich total gefreut! 


  • Felix ist seit zwei Tagen total gut drauf. Ich bin morgens aufgestanden und ging nach Unten, da saß er schon auf dem Sofa und als er mich gesehen hat, hat er mir gesagt, dass er mich vermisst hat. Dann hat er mir Küsschen zugeworfen und im Laufe des Tages hat er mir immer mal wieder gesagt, dass ich lieb bin und er hat ganz viel gelacht und mit ganz vielen Küssen um sich geworfen. Diese Woche sind Melina, Mia und ich tagsüber zusammen mit ihm in den Supermarkt gelaufen (er im Rollstuhl), um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Auf dem Weg war er auch super freundlich und hat jeden, der vorbei gekommen ist, gegrüßt ^-^ leider hat nicht jeder zurück gegrüßt. Mia vermutet, dass Felix gerade so gut drauf ist, weil er so viel Zeit mit uns verbringen kann und wir so oft da sind. Ich glaube aber, dass auch Mia ein Grund dafür ist, denn sie arbeitet seit einer Woche mit ihm zusammen und sie hat nicht nur eine super offene, freundliche und herzliche Art, sondern beschäftigt sich auch ganz viel mit Felix. Die anderen Assistenten, die mit ihm arbeiten, lassen ihn oft allein am Tisch sitzen und stempeln. Mia sitzt mit ihm am Tisch, hört mit ihm Musik, fragt ihn, was er über den Tag verteilt machen möchte und macht Pläne mit ihm, die sie dann aufschreibt und auch in die Tat umsetzt. Es freut mich echt, dass sie mit ihm arbeitet (= 


  • Es gibt einige Dinge, die Matteo echt gerne hat: Harry Potter und joggen gehen sind Teil davon. Ich hab mit ihm einen Termin ausgemacht, wann wir zusammen laufen gehen und vor ein paar Wochen hab ich auch mit ihm einen Termin zum Harry Potter gucken ausgemacht und beide Male hat er sich total gefreut, als wir dann beschlossen haben, dass wir zusammen Harry Potter schauen, oder nächste Woche Samstag zusammen laufen gehen. 
Manchmal ist es echt anstrengend, sich ein Haus mit Menschen mit Behinderung zu teilen, aber gleichzeitig gibt es auch so viele schöne Momente. 


Nachdem wir heute schwimmen waren, hat Fenna mich abgeholt und wir sind zusammen zur Chocoladefabriek Gouda gefahren. Nein, das war leider KEINE Schokoladenfabriek, aber es war trotzdem ziemlich cool. Bei der Chocoladefabriek handelte es sich um ein kleines Café in einer Bibliothek in Gouda. Es ist ziemlich cool gestaltet,. Wir haben uns dort hin gesetzt und jeder eine riesen große heiße Schokolade (hier ist dann doch Schoki gewesen ;)) mit Marshmallows und Sahne *-* getrunken und jeder ein Stück Kuchen gegessen. Der Kuchen, den ich mir ausgesucht habe, hatte einen braunen Boden und eine grün-türkis gestreifte Creme darüber. Er hieß "Raar maar Waar", kommt von den Kindern, die gerade Lesewoche / Lesewettbewerb in der Bibliothek haben. Das Team der Kinder hat sich "Raar maar Waar" genannt und das Besondere an dem Kuchen war, dass es geheim ist, welche Art von Kuchen es ist. Man muss selbst erschmecken, welche Zutaten in dem Kuchen sind. Das war ziemlich cool, einen Kuchen zu essen, von dem man keine Ahnung hat, was drin ist. Also, wenn ihr zufällig diese Woche noch nach Gouda kommt, geht in die Chocoladefabriek und bestellt euch einen "Raar maar Waar" (=
Veel plezier mit eurem magic food moment ;)

Groetjes :*



Dienstag, 27. Oktober 2015

Essen = Sprache

Thomassa, unsere Waterput-Katze
Mein letzter Blogeintrag war vor einem Monat und einem Tag, also schulde ich euch endlich mal ein goudses Update. Ich weiß noch gar nicht, worüber ich überhaupt schreiben möchte, mal schauen, was kommt...
Ich glaube ich schreibe heute etwas zu Holland, da ich gerade frei hab und krank war, mag ich im Moment nichts über die Huisgenoten schreiben, ich hab länger nicht mit ihnen geargearbeitet und deshalb auch nicht viel zu sagen. Der nächste Eintrag wird sich dann wieder konkreter mit den Huisgenoten beschäftigen.
HagelSlag
Ich denke ich schreibe über... Essen! Das Hollädische Essen scheint dem Deutschen auf den ersten Blick nämlich total ähnlich zu sein, auf den zweiten Blick findet man aber schon die ein oder andere Kuriosität:

  1. Die Niederländer essen Streusel, die wir über Kuchen streuen, auf ihr Brot. Zusammen mit Butter. Das Zeug nennen sie Hagel Slag (ja, übersetzt heißt das "Hagelschlag") und es gibt es in allen verschiedenen Farben und Formen. Ich hab mir zum Spaß mal so etwas gekauft und gegessen. Mehr als ein Brot geht nicht, sonst wird's mir schlecht. 
  2. Brot? Ich glaub so genau weiß man hier gar nicht, was das Wort bedeutet. Das, was hier als Brot bezeichnet wird, ist etwas, das zwar aussieht wie Brot, aber auf keinen Fall Brot ist. Es ist eigentlich mehr Luft als Brot, weil es so weich ist und man absolut nichts zu kauen hat. Deshalb isst der typische Deutsche dann auch gerne mal 6, statt normalerweise 2 Scheiben Brot, weil man einfach nicht das Gefühl hat, überhaupt etwas zu essen. 
  3. Joghurt und Pudding (bekannter unter dem Namen "Vla"), werden hier in Tetra-Packs verkauft. Man sieht, wie jemand einen dieser Tetrapacks umdreht und erwartet etwas flüssiges, wie Milch, oder Saft, aber tatsächlich kommt da dann irgendein dickflüssiges Puddingzeugs heraus, wobei Pudding und Joghurt (und auch Bepanthen-Creme) hier eine echt merkwürdige Konsistenz haben.
  4. Pannenkoeken (Pfannkuchen) gibt es hier in 100 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ob Pfannkuchen Hawaii, Funghi, Calzone oder eine süße Variante, man bekommt alles, was man will, auf seinen Pfannkuchen. Die Niederländer essen ihre Pfannkuchen so, wie Wormser ihren Flammkuchen in der Schänke essen.
  5. Das Mischen mit merkwürdigen anderen Lebensmitteln ist ein Schicksal, das leider nicht alleine den Pfannkuchen widerfährt. So isst man hier Pommes zusammen mit Apfelbrei o.O 
  6. Kroketten sind -wie Pfannkuchen- eine niederländische Spezialität und werden hier mit Fleisch gefüllt. Matschigem, unidentifizierbaren Fleisch. 
  7. Frikadellen sind geformt wie Kroketten. Janka und ich wissen nicht, ob wir sie Frikaketten oder Krokedellen nennen sollen. 
  8. Man findet den guten holländischen Käse sogar in Suppen 
  9. Zu Nikolaus werden hier Pepernoten verkauft, wenn man diese zusammen mit Vla isst (Geheimtipp einer echten Niederländerin), hat man einfach ein unglaubliches Geschmackserlebnis! 
  10. Absolut unschlagbar sind aber immer noch Stroopwafels *-* die Dinger könnte ich den ganzen Tag lang essen

So, das war's vorerst zum niederländischen Essen, mal schauen, wann ich dazu ein Update schreiben kann ;D 
Übrigens haben Sprache und Essen in der Sache, dass es auf den Ersten Blick gleich scheint, bei genauerem Hinschauen aber gar nicht gleich ist, etwas gemeinsam. Natürlich gibt es jede Menge Wörter, die super ähnlich, oder sogar genau wie die deutschen Wörter sind, aber es gibt auch Wörter, da muss man sowohl als Deutscher, als auch als Holländer echt aufpassen:

    • (niederländisch - deutsch)
    • Stokbrood = Baguette
    • tussen = zwischen
    • kopen = kaufen
    • gekocht = gekauft (ich war letztens echt verwirrt, als  mir gesagt wurde, dass jemand Blumen "gekocht" hat)
    • koken = kochen
    • mogen = dürfen
    • bodschappen = einkaufen
    • lekker = lecker / schön
    • olijfolie = Olivenöl (ich denke immer an Alufolie) 
    • bellen = anrufen / klingeln
    • blaffen = bellen
    • Poppen = Puppen
    • nuttig = nötig
    • klarkommen = solltet ihr besser selbst googeln 
    • een bloedhekel hebben an iem. = jdn. auf den Tod nicht ausstehen können 
    • schommelen = schaukeln
    • van een kind bevallen = gebären
    • van ongeduld popelen = vor Ungeduld brennen

Viel mehr fällt mir jetzt gerade nicht ein, aber auch zum Thema Sprache werde ich euch auf dem Laufenden halten ;D

Groetjes uit Gouda (=