Sonntag, 19. Juli 2015

Erster Besuch in Gouda

Vom 13.07. bis 15.07. habe ich die Arche in Gouda besucht, um erste Eindrücke zu sammeln, die Leute kennen zu lernen und vielleicht auch schon einiges zu regeln.
Stadthaus von Gouda

Zu Erzählen gibt es einiges, aber ich fange von vorne an. Übrigens habe ich beschlossen, den Menschen mit Behinderung Decknamen zu geben, da ich nicht glaube, dass sich irgendjemand freut, wenn ich öffentlich im Internet über sie schreibe. 

Nach meiner Ankunft am Bahnhof von Gouda wurde ich von 2 Huitgenoten (so werden die Behinderten in der Arche genannt) in Form einer Sonnenblume und eines Willkommenluftballons begrüßt. Sie wurden von Marc(einem Freiwilligen von EVS) und Janka (meine ASF Co-Freiwillige) begleitet und haben mich zusammen abgeholt. Wir fuhren gemeinsam ins Manna, das ist eines der Häuser der Arche. Uns wurden einige Leute vorgestellt, das Haus und die Zimmer gezeigt und dann mussten wir eine Weile warten. Schließlich kam Mia (eine spanische Freiwillige von EVS) vorbei und wir liefen gemeinsam mit Sophia, einer Huitgenotin rüber ins Waterput, das andere Haus der Arche. Mia zeigte mir das Haus und anschließend aßen wir gemeinsam mit Sophia einen Keks und tranken Tee / Kaffee. Ich begleitete Mia durch den Rest des Tages, schaute mir ihre Aufgaben an, half beim Kochen und beim Wäsche machen. Zwischendurch habe ich immer mehr Mitarbeiter, Freiwillige, Assistenten und Huitgenoten kennengelernt. 
Kitty <3
Der Älteste Huitgenot der Arche ist Felix, er ist 72 Jahre alt aber total süß, weil er sich über alles mögliche freut und total offen ist. 
Sophia, mit der ich zusammen zum Waterput gelaufen bin hat Trisomie 21 und ist sehr verschlossen. Allerdings hat sie dieses eine holländische Schlagerlieblingslied, bei dem sie total auflebt und wild zu tanzen beginnt. Ich hab das Lied innerhalb der 2 Tage mindestens 10 mal gehört und ich bin mir sicher, dass ich es in einem Jahr komplett auswendig kennen werde :D
Dann hätten wir da noch Lisa, sie hat wohl eine ziemlich schwere Behinderung, aber ich habe sie noch nicht so gut kennen gelernt, als dass ich viel über sie sagen könnte. 
Mario wohnt auch im Waterput, aber er war wie gesagt in Urlaub und ich konnte ihn nicht kennen lernen. 

so schief ist mein Zimmer :D
Mein Tag wird wohl daraus bestehen, die Huisgenoten morgens zu Wecken und ihnen beim Duschen, Anziehen, Frühstücken etc zu helfen bis sie abgeholt werden. Dann steht bis ca. 11 Uhr Hausarbeit in Form von Putzen, Wäsche waschen uvm an. Den Nachmittag habe ich bis 16 Uhr frei, dann kommen die Huisgenoten heim und ich muss mich wieder an die Arbeit machen. Das heißt mich mit ihnen Beschäftigen, Abendessen kochen oder sonstiges. Zeitweise werden sie auch in Ruhe gelassen und dürfen machen, was sie wollen. Abends werden immer gemeinsam die Nachrichten gesehen. Ich glaube darauf besteht Felix, denn er sagte uns immer dass wir ruhig sein sollen, wenn wir zu laut wurden, da er wissen wollte, was in der Welt so abgeht. 
Wenn ich Lust habe, kann ich irgendwann dann auch noch im Garten oder im Atelier, die sich beide im Manna befinden, mitarbeiten oder einmal die Woche mit den Huisgenoten schwimmen gehen. 

Lavendel- und Pestokäse
Noch was zu den Häusern: Ich werde wohl im Waterput leben, es ist das ältere von beiden Häusern und so schief gebaut, dass ich in meinem Zimmer bergauf gehen konnte :D dafür ist es aber häuslicher, man fühlt sich richtig wohl und es ist ruhiger. Mit mir wird dann noch eine spanische Freiwillige im Waterput leben. Das Manna ist das modernere, neuere von beiden Häusern. Hier leben mehr Huisgenoten, die dann auch selbstständiger sind. Dafür ist dort immer was los, man hat kaum seine Ruhe da im Wohnzimmer öfter Meetings sind. 

Gouda: ist ein super süßes kleines Städtchen mit jede Menge Backsteinhäusern und Wasser. Da ist überall Wasser, das ist klasse. Und Katzen habe ich auch jede Menge getroffen. Die sind ebenfalls überall, was total super ist. Das Meer ist ungefähr eine halbe Stunde Autofahrt entfernt, wir waren Dienstag Nacht dort, nachdem wir im Kino waren. Der Strand ist riesig und es ist ein Sandstrand. Der Käse schmeckt natürlich auch klasse :D wir haben giftgrünen Pestokäse und tiefblauen Käse mit Lavendel gefunden, der sogar gut schmeckt. 

Ich glaube die Zeit in Gouda wird super!

Ach ja, hier noch was ganz wichtiges:

Falls ihr Lust habt, beim Online-shopping etwas Gutes zu tun, besucht die Seite, auf der ihr einkaufen möchtet über folgenden LINK, dann spenden die jeweiligen Seiten automatisch einen Teil eurer Ausgaben an die deutschen Archen, ohne dass es euch einen Cent mehr kostet. Ist ne echt super Sache und es sind viele bekannte Shops dabei (Thalia, Amazon, Deutsche Bahn, Deutsche Post, MeinFernbus, Reichelt, Kaufhof, Deichmann, EMP, Lufthansa, Medimops...) man findet aber auch viele Unbekannte Shops, von denen man nicht dachte, dass sie bei sowas mitmachen. Also einfach mal reinschauen.

Welterusten!

Sarah


Donnerstag, 14. Mai 2015

Kurz und knackig

Hallo Ihr Lieben,


Ich hab Post aus Amsterdam und eine Email aus der Arche bekommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir die Arche schon vor September mal besuchen werden, um die Leute kennezulernen. Vielleicht gibt es dann schon erste Bilder von Gouda (=
Hab jetzt auch die Projektberichte der aktuellen Freiwilligen bekommen und gelesen. Somit weiß ich nun genauer, was auf mich zu kommt. Aber das erzähl ich euch dann erst, wenn ich wirklich angekommen bin, da es nicht sicher ist, dass genau die gleichen Aufgaben auch auf mich zukommen.

Wünsche euch ein schönes Wochenende (=

~ Sarah

Sonntag, 3. Mai 2015

Was ist eigentlich ASF?

https://www.asf-ev.de/de/ueber-uns/geschichte.html
Diese Frage haben sich bisher sicher nicht wenige von euch gestellt. Fangen wir am besten von vorne an.

Die "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" wurde 1958 in Anschluss an die Verbrechen des Holocausts gegründet. Im Gründungsaufruf heißt es: "Wir Deutschen, haben den Zweiten Weltkrieg begonnen und damit mehr als andere unmessbares Leiden der Menschheit verschuldet. Deutsche haben in frevlerischem Aufstand gegen Gott Millionen Juden umgebracht. Wer von uns Überlebenden das nicht gewollt hat, hat nicht genug getan, es zu verhindern." Folglich baten die Gründer der ASF "die Völker, die von uns Gewalt erlitten haben, dass sie uns erlauben, mit unseren Händen und mit unseren Mitteln in ihrem Land etwas Gutes zu tun“ – zeichenhaft, als Bitte um Vergebung und Frieden.

1958 ist allerdings schon lange her und seit dem ist viel Passiert, der größte Teil der Täter lebt schon lange nicht mehr, viele fragen sich, warum ausgerechnet wir noch für die Verbrechen sühnen sollen, wo wir doch gar nichts mehr damit zu tun haben. Natürlich war das auch mein Gedanke und Tatsächlich gibt es bei ASF viele verschiedene Meinungen und Interpretationen zu dem Namen der Organisation. Man sollte sich bei ASF allerdings darüber klar werden, dass der Name aus mehreren Wörtern besteht. Nämlich nicht nur der "Sühne", sondern auch dem "Zeichen" und vorallen aber dem "Friedensdienst" beziehungsweise der "Aktion". Sühne war früher einmal der wichtigste Bestandteil der Organisation, der Grund warum diese überhaupt existiert. Heute haben wir zwar nichts mehr zu sühnen, aber wir haben immer noch eine gewisse Verantwortung. Nämlich die Verantwortung dafür zu sorgen, dass die Dinge, die im 2. Weltkrieg passiert sind, nicht noch einmal passieren. Dass keiner die Geschehnisse vergisst und dass die Menschen endlich einmal aus der Geschichte lernen. Denn "die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler."*
Mit den Aktionen, die ASF durchführt leisten diese Organisation, all ihre Mitglieder und Freiwillige einen wichtigen Beitrag zur Prävention. Meiner Meinung nach entsteht ein Streit immer dann, wenn zwei verschiedene Parteien kein Verständnis füreinander haben, sie einander nicht verstehen, aber auch nicht bereit sind, aufeinander einzugehen, die andere Position kennenzulernen und zu verstehen. Ob es dabei jetzt um Religion, Politik oder andere Dinge geht ist völlig egal. Daher nennt sich unsere Tätigkeit auch nicht einfach nur IJFD, sondern Friedensdienst. Mit unserem Jahr im Ausland trägt jeder einzelne von uns zur Völkerverständigung bei. Wir werden natürlich nicht ganz allein für den Weltfrieden sorgen, aber wir werden zumindest allein durch unsere Anwesenheit Vorurteile aus dem Weg schaffen, uns mit anderen Kulturen auseinander setzten und schlussendlich sogar die Möglichkeit haben, unsere Erfahrungen mit anderen Menschen - mit unseren Paten, Freunden, Familien, Bekannten usw. - teilen zu können.

Das war jetzt zumindest mal meine Meinung zu ASF, wenn ihr weitere Informationen über die Geschichte der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste lesen möchtet oder euch eine eigene Meinung bilden möchtet, dann lest am Besten die "Über uns" Infos auf der Homepage.

Ich wünsche euch einen schöen Sonntag!





* Zitat v. Ingeborg Bachmann

Dienstag, 21. April 2015

Hartelijk welkom!

Hallo und Herzlich Willkommen zu meinem gerade erstellten Blog!

Diesen habe ich im Sinne meines Internationalen Jugendfreiwilligendiensts (IJFD) bzw Friedensdiensts in Gouda, Holland erstellt. 

Zunächst einmal zu meiner Person:
Ich heiße Sarah, bin momentan 19 Jahre alt, habe einen großen und einen kleinen Bruder, wohne in Rheinland-Pfalz und bin in einem kleinen 3000 Einwohner Ort aufgewachsen. Einen Großteil meiner Kindheit habe ich bei meinem Opa im Garten verbracht. Dieser Garten war riesig, es gab zahlreiche Obstbäume und -sträucher, Gemüsebeete, Hühner, Katzen, Hasen, einen Ziegenbock und zwischendurch auch mal ein Schwein. Ab und zu hatten wir sogar unser eigenes kleines Beet, kletterten dauerhaft auf den Kirschbaum und genossen das Leben. Daher auch meine Liebe zur Natur.

Als ich in der 8. Klasse mit der Schule nach Hastings, England gefahren bin, entdeckte ich meine Leidenschaft für das Reisen. Dank der Schule, Freunden und Verwandten folgten Aufenthalte in Italien, China und Frankreich. 



Seit langer Zeit war es mein Traum, für ein Jahr in einem anderen Land zu leben. Schließlich erfuhr ich von dem FSJ, das man im Ausland leisten konnte. Nach längerer Recherchearbeit bin ich schließlich auf die Organisation "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" gestoßen. Ich erfuhr, dass man mit ASF auch nach Israel fahren konnte, um dort einen Friedensdienst leisten zu können. Ich habe mich beworben und ein Jahr lang  von einem FSJ in Israel geträumt. Am liebsten wäre mir die Arbeit in einem Frauenhaus gewesen. Doch alles kam anders, nachdem beim Auswahlseminar ebenfalls mein Interesse für Holland geweckt wurde. Ich bewarb mich schlussendlich also nicht nur für Israel, sondern auch für Holland, obwohl Israel weiterhin meine absolute Nummer 1 blieb. Als ich dann die Zusage für Holland (und nicht Israel) bekam, war ich schon etwas enttäuscht, da ich nun doch nicht nach Israel konnte. Nichtsdestotrotz wusste ich, dass ich auch in Holland sehr viel Spaß haben würde und neue Erfahrungen sammeln könnte. Mit der Zeit bekam ich von ASF immer mehr Informationen gesandt und freute mich immer mehr auf mein Projekt in Gouda. 

Ich werde zusammen mit einer Studentin aus Hamburg in einer Lebensgemeinschaft für Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten. Zu unseren Aufgaben werden die Betreuung der Leute, Medikamentenausgabe, Hilfe im Haushalt und vieles mehr gehören. Am 01. September geht's erst einmal zu dem Vorbereitungsseminar nach Berlin und ab 09. September dann weiter nach Gouda. Ich freue mich riesig und werde euch über diesen Blog au dem laufenden halten! 

Liebe Grüße eure
Sarah ♥




PS.: Das hier ist die website von ASF: Aktion Sühnezeichen Friedensdienste